Antonia Pentavec

34 Jahre, Metzgerin im EDEKA-Markt in Bensheim

Ich wünsche mir, dass die Menschen Fleisch bewusst kaufen und wissen, woher es kommt

Ich bin in Zagreb aufgewachsen und vor 12 Jahren zusammen mit meinem Freund nach Deutschland gekommen. In Kroatien hatte ich einen Abschluss als Chemietechnikerin, aber keine Perspektive. Seit 11 Jahren arbeite ich jetzt in der Fleischabteilung hier im Markt. Am Anfang war ich sehr unsicher, weil ich kaum Deutsch gesprochen habe. Nach fünf Jahren hat mich mein Chef eines Tages gefragt, ob ich nicht die Gesellenprüfung zur Metzgerin machen möchte. Ich hatte 2 Monate Zeit zu lernen. Abgeschlossen habe ich als Beste.

Meine Mutter hat früher in einer Metzgerei gearbeitet und in den Ferien war ich immer mit dabei. Damals habe ich schon verstanden, wie wichtig Hygiene im Umgang mit Fleisch ist. Fleisch war bei uns immer ganz normal und kam oft auf den Tisch.

Die Menschen denken vielleicht, Metzgerin zu sein, ist vor allem anstrengend. Der Wechsel der Temperaturen, wenn man ins Kühlhaus geht, das Tragen und Heben. Das stimmt auch zum Teil, aber ich würde mir wünschen, dass die Menschen wissen, dass der Beruf Spaß macht. Ich arbeite sehr gerne mit den Kolleginnen hier zusammen, wir sind ein richtiges Team.

Antonia Pentavec sitzt vor einer grauen Wand

Seit ein paar Jahren interessieren sich die Kundinnen und Kunden stärker für Bio-Fleisch und Fleisch aus höheren Haltungsformen. Sie fragen jetzt auch mehr, wo das Fleisch herkommt. Ich zeige den Menschen gerne, dass Fleisch nicht einfach aus einer Packung kommt und berate zur Herkunft. Die Qualität ist mir sehr wichtig. Ich persönlich versuche nur regionales Fleisch zu kaufen, so lange ich es mir leisten kann. In Kroatien haben wir viel Fleisch aus der direkten Umgebung gekauft. Das ist schon ein Unterschied, wenn man Fleisch von Betrieben aus der Region kauft. Dazu berate ich die Kundinnen und Kunden gerne und zeige ihnen die Artikel in der Bedientheke. Ich wünsche mir, dass die Menschen Fleisch bewusst kaufen und wissen, woher es kommt.

Metzgerin Antonia Pentavec an der Fleischtheke eines EDEKA-Marktes

Du willst mehr [wissen?]

Worauf sollten Verbraucher beim Fleischeinkauf achten?
Herkunft und Frische sind ein Anfang. Genauso wichtig: Was will ich kochen, für wie viele, mit welchem Budget? Eine gute Beratung an der Fleischtheke verbindet beides und findet das passende Stück und die richtige Menge für jeden Anlass und Geldbeutel.
Im Preis steckt mehr als das Tier. Dazu gehören neben Haltung und Fütterung auch Transport, Schlachtung, Reifung und die Arbeit an der Theke. Dazu kommt das Teilstück: Filet kostet mehr als Nacken. Gutes Fleisch hat seinen Preis, und der ist in der Regel nachvollziehbar. Sonst hilft fragen.
An einer guten Theke gibt es mehr als Ware: Zubereitungstipps, Empfehlungen für weniger bekannte Zuschnitte, Hinweise zur Lagerung. Wer fragt, bekommt Antworten und den ein oder anderen guten Tipp. Das ist der Unterschied zur SB-Packung im Regal.

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