Die Kurve, die kaum jemand kennt

Was hinter dem Rückgang beim Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung steckt
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Die Kurve, die kaum jemand kennt
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Die Kurve, die kaum jemand kennt
Es gibt Zahlen, die in der Fleisch-Debatte fehlen. Diese hier ist eine davon: Der Antibiotikaeinsatz in der deutschen Tierhaltung ist seit 2011 um 68 Prozent gesunken. Nicht geschätzt, nicht hochgerechnet, sondern amtlich erfasst vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Ein Rückgang, der in den meisten Gesprächen über Fleisch schlicht nicht vorkommt.

Wie das System funktioniert und warum es wirkt

Antibiotika in der Tierhaltung haben einen schlechten Ruf. Oft zu pauschal. Denn der Einsatz ist heute streng reguliert: Verschrieben werden darf nur nach tierärztlicher Untersuchung und Erregernachweis, also erst dann, wenn klar ist, dass eine antibiotische Behandlung auch wirkt. Kranke Tiere zu behandeln ist dabei nicht nur erlaubt, sondern Tierschutzpflicht. Eine ordnungsgemäße Behandlung ist Teil des Tierwohls. Jede Anwendung muss vom Tierhalter gemeldet werden. Aus diesen Meldungen berechnet die zuständige Behörde die sogenannte Therapiehäufigkeit, bundesweit und für jeden einzelnen Betrieb. Wer im oberen Bereich liegt, muss nachsteuern. Das schafft Transparenz und Druck zugleich und es zeigt Wirkung.

Und was heißt das für dein Steak? Zwischen der letzten Behandlung eines Tieres und der Schlachtung liegt eine gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit. Fleisch gelangt erst in den Handel, wenn keine Rückstände mehr nachweisbar sind. Das wird regelmäßig kontrolliert.

Was die 68 Prozent bedeuten

Seit Beginn der systematischen Erfassung 2011 ist die abgegebene Antibiotikamenge in der Tiermedizin um 69 Prozent gesunken. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Systems, das kontinuierlich nachschärft. Besonders die für die Humanmedizin kritisch wichtigen Antibiotika-Klassen sind dabei noch stärker zurückgegangen als die Gesamtmenge. Das ist ein Zeichen, dass nicht nur weniger, sondern auch gezielter behandelt wird. Antibiotikaresistenzen bleiben ein ernstes globales Thema. Das gilt in der Human- wie in der Veterinärmedizin. Aber wer die Debatte fair führen will, sollte auch wissen: Die deutsche Tierhaltung arbeitet an diesem Thema. Und die Kurve zeigt, für alle die hinschauen, deutlich nach unten. Wie Resistenzen entstehen, und warum das nicht nur ein Thema der Tierhaltung ist, beleuchten wir in einem eigenen Beitrag.

Stand:

Du willst es ganz genau wissen?

Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat:
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Archiv/Pressemitteilungen/2023/101-tiermedizinantibiotikaabgabe-2022.html#:~:text=Seit%20dem%20Jahr%202011%20sind,Lebensmittelsicherheit%20(BVL)%20zu%20melden.

Hinweis:

Als Initiative Fleisch ist es unser Anliegen, fundiertes Wissen rund um Fleisch transparent und differenziert darzustellen. Die hier dargestellten Studienergebnisse dienen der Einordnung und Information. Sie erlauben keine pauschalen Aussagen über einzelne Lebensmittel oder deren direkte gesundheitliche Wirkung. Unser Ziel ist es eine sachliche, ausgewogene und faktenbasierte Auseinandersetzung zum Thema Fleisch zu ermöglichen.

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