Heimvorteil im Futtertrog

Warum Rinder und Schweine oft lokaler essen als wir selbst
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Heimvorteil im Futtertrog
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Heimvorteil im Futtertrog
Ganz ehrlich: Weißt Du bei jedem Lebensmittel im Einkaufskorb, woher es kommt? Die Tiere auf deutschen Höfen sind uns da oft einen Schritt voraus. 95 Prozent ihres Futters stammen aus heimischem Anbau. Das meiste davon sogar direkt vom eigenen Hof des Landwirts. Während wir im Winter Erdbeeren aus Spanien oder Avocados aus Peru kaufen, bleiben Rind und Schwein konsequent lokal. Nur ein kleiner Rest, unter 5 Prozent, kommt von weiter weg.

Kurze Wege, volle Tröge: die stille Stärke der deutschen Tierhaltung

Beim Rind bilden Gras, Heu und Mais die Basis, alles Pflanzen, die auf deutschen Feldern und Wiesen wachsen. Beim Schwein sind es vor allem Getreide, Hülsenfrüchte und Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung. Was beide gemeinsam haben: Fast 95 Prozent dieser Rohstoffe stammen aus heimischem Anbau und vieles davon bliebe ohne die Tiere ungenutzt. Rinder und Schweine funktionieren hier wie natürliche Veredler. Sie fressen, was wir nicht verwerten können: Getreide das nicht zum Brotbacken taugt, Zwischenfrüchte die nebenbei die Bodenfruchtbarkeit verbessern, Nebenprodukte wie Biertreber oder Zuckerrübenschnitzel. Wie Schweine darüber hinaus ganze Nährstoffkreisläufe schließen können? Das zeigen wir hier https://iss-was-dir-schmeckt.de/wws/upcycling-profis/

Ein kleiner Anteil des Futters muss importiert werden. Vor allem bei der Eiweißversorgung ist das der Fall, darunter fällt auch Soja. Die Fleischbranche und die Forschung arbeiten zusammen mit deutschen Landwirten daran, diesen Anteil durch heimische Alternativen wie Raps oder Sonnenblumen weiter zu reduzieren. Beim Soja selbst tut sich ebenfalls etwas: Rund die Hälfte der deutschen Importe gilt heute bereits als nachweislich entwaldungsfrei. Die Tendenz ist steigend.

Du willst selbst beim Fleischeinkauf mehr auf Regionalität achten?
Drei Dinge, die beim nächsten Einkauf helfen:

  1. Siegel „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ steht für vollständig in Deutschland erzeugtes Fleisch.
  2. Das Regionalfenster zeigt Herkunft und Verarbeitungsort transparent auf der Verpackung.
  3. An der Frischetheke oder beim Metzger muss seit 2024 auf Nachfrage angegeben werden, wo das Tier aufgezogen und geschlachtet wurde. Einfach mal nachfragen.

Wer noch tiefer einsteigen will: Die Qualitätssiegel der Bundesländer – erkennbar an „Geprüfte Qualität + Bundeslandname“ – setzen nochmals strengere Maßstäbe.

Regionalität beim Fleisch beginnt nicht im Stall sie beginnt an der Theke. Wer beim nächsten Einkauf einmal nachfragt, wo das Fleisch herkommt, oder auf Regionalsiegel achtet, tut mehr als er denkt: Er stärkt kurze Wege, lokale Betriebe und eine Landwirtschaft, die schon längst lokaler denkt als viele von uns.

Stand:

Du willst es ganz genau wissen?

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): Futtermittelbilanz – Aufkommen und Verwendung (Wirtschaftsjahr 2023/24, vorläufige Zahlen), Tabelle 0601010, Stand: [Datum des Downloads], abrufbar unter: www.bmel-statistik.de.

Bericht zur Markt- und Versorgungslage Futtermittel - 2025 - BLE

https://www.raiffeisen.de/heimische-futtermittel-sichern-versorgung-der-deutschentierbestaende#:~:text=%E2%80%9EMit%20einem%20Anteil%20von%20mehr%20als%2095,Henning%20Ehlers%2C%20Hauptgesch%C3%A4ftsf%C3%BChrer%20des%20Deutschen%20Raiffeisenverbandes%20(DRV).

Soisontes, S., Freund, F., & Laquai, V. (2023). The future of protein feed: a case study of sustainable substitutes in the German livestock
industry. Environment, Development and Sustainability, 1-28. https://doi.org/10.1007/s10668-023-03676-1.

 

Hinweis:

Als Initiative Fleisch ist es unser Anliegen, fundiertes Wissen rund um Fleisch transparent und differenziert darzustellen. Die hier dargestellten Studienergebnisse dienen der Einordnung und Information. Sie erlauben keine pauschalen Aussagen über einzelne Lebensmittel oder deren direkte gesundheitliche Wirkung. Unser Ziel ist es eine sachliche, ausgewogene und faktenbasierte Auseinandersetzung zum Thema Fleisch zu ermöglichen.

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